Wolfgang Schemmert, Gemündener Str. 27, D-60599 Frankfurt

1972Diplom Physik, Uni Bochum
1977 Promotion zum Dr.Ing, Fachrichtung Elektrotechnik, Uni Dortmund
1977-79 dokumentarische Arbeiten mit Video. U.a. Videowerkstatt Bornheim, Frankfurt
1979-85 selbständig: Entwicklungsarbeiten, Spezialanfertigung,
Kleinserienproduktion von Video-Effektgeräten
1983 Gaststudium HfG Offenbach bei Werner Nekes
1983 Gründung der Firma Cinetix GmbH (anfangs Cinemedia GmbH) gemeinsam mit Lilo Mangelsdorff
1983-90 experimentelle und dokumentarische Arbeiten mit Video und 16mm Film
seit 1987interaktive Video/Computerkunst-Installationen
1988/89Entwicklungsingenieur bei Fa. Steenbeck, Hamburg
seit 1990Entwicklung und Projektierung von Meß- und Steuersystemen basierend auf Mikrocontrollern und Industriebus-Vernetzung
Kundenspezifische Projekte - schwerpunktmässig im Bereich Gebäudekommunikation, Medien-Event, Elekronik-Unikate für Produktdesign
Realisierung der Elektronik und technische Betreuung von Medienkunst-Installationen
1998-2000Lehraufträge für Medieninstallations-Elektronik und -Sensortechnik an der HfG Karlsruhe
2000-2014für Cinetix GmbH: Entwicklung, Bau und Vertrieb von Steuergeräten für und Datenwandlern zwischen DMX512, MIDI, RS-232, Ethernet
seit Okt. 2014Vollzeit-Rentner

Filmo-/Videografie, künstlerische Projekte (Auswahl)

Palusion

gemeinsam mit Lilo Mangelsdorff
1984, U-matic, 5 Min.

Frankfurter Filmschau
Experimentalfilmworkshop Osnabrück

Was wäre der Staat ohne seine Mauern?

Dokumentarisches Video über den Widerstand der Bürgerinitiative gegen die Startbahn West und die politischen Auseinandersetzungen während deren Inbetriebnahme
gemeinsam mit Lilo Mangelsdorff
1984, U-matic, 75 Min.

Freiburger Videoforum
Frankfurter Filmschau

Robototal

Experimentelle Dokumentation zu Verkabelung und Computerisierung, aus Anlaß der Einführung der neuen Plastik-Personalausweise
gemeinsam mit Lilo Mangelsdorff
1984, U-matic, 27 Min.

Freiburger Videoforum
Frankfurter Filmschau

Winterwideo

Experimentell-dokumentarisches Video zur Gefühlslage im Metropolenwinter
gemeinsam mit Lilo Mangelsdorff
1985, U-matic, 18 Min.

Experimentalfilmworkshop Osnabrück
Frankfurter Filmschau
Freiburger Videoforum

Kaiserlei

Experimentell-dokumentarisches Video
1987, Super8, U-Matic,7min

Frankfurter Filmschau
Freiburger Videoforum

Mensch vermisst

Kurzspielfilm
1987/88, 16mm, 15 min.

Grenzlandfilmtage Selb
Frankfurter Filmschau

Tau Memory

gemeinsam mit Lilo Mangelsdorff
1988, interaktive Computerinstallation

Closed-Loop Installation, die den Zerfall eines Videobildes in einem unendlichen Kopierprozeß zum Thema hat. Eine Kamera filmt den Monitor ab. Mit Hilfe zweier älterer Videorecorder mit offenen Spulen, einer Bandschleife und eines elektromechanischen Synchronisationsreglers wird ihr Videosignal um circa 20 Sekunden verzögert, mit einem computergesteuerten Schrift- und Grafikgenerator gemischt und wieder auf dem Monitor abgebildet. Die Besucher der Installation treten beim Betrachten des Monitorbildes unwillkürlich in das Bildfeld der Kamera und werden somit in den Zerfallsprozeß einbezogen. Die Auswahl der eingeblendeten Texte regt an zur meditierenden Betrachtung.

Galerie Werth, Frankfurt

Die Oberfläche gehört allen

1990, interaktive Computerinstallation
Ein Amiga 500 mit Videomonitor projiziert eine Folge digitalisierter Standbilder. Besucher der Installation haben die Möglichkeit, mit einem Lichtgriffel direkt auf dem Monitor in das projizierte Bild hinein zu malen, es zu kommentieren. Die veränderten Bilder speichern sich auf die Festplatte zurück und werden zukünftig anstelle der vorgegebenen Bilder projiziert. Damit ist die Installation auch ein kommunikations- soziologisches Experiment zur Erkundung des dynamischen Gleichgewichts zwischen der Zerstörung alter und der Entstehung neuer grafischer Schichten: kristallisieren sich Bildanordnungen heraus, die einen öffentlichen Angriff überleben, weil sie allgemeine Akzeptanz genießen ?

Freiburger Videoforum
Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest
Frankfurter Filmschau

Videoschlitz

von Wolfgang Schemmert
1991/92, interaktive Computerinstallation

Die Installation ist die elektronische Realisation einer Zielkamera. Das Monitorbild ist das visuelle Protokoll der Raum-Zeit-Tragödie auf der Zielline. Das bewußte Mitspielen in dieser künstlichen Raumanordnung wird erst möglich durch das video-optische Feedback.

Eine bei Sportereignissen eingesetzte fotografische Zielkamera funktioniert anders als eine übliche Kamera: Statt eines Zeit-Verschlusses hat sie einen schmalen senkrechten Schlitz, durch den das Licht auf den mit kontinuierlicher Geschwindigkeit transportierten Film fällt. Es wird also niemals eine zweidimensionale Filmfläche belichtet, sondern es werden sozusagen viele eindimensionale Raum-Zeit-Ausschnitte zu einem Gesamtbild in der zweiten Dimension aneinandergefügt.

Genau diesen Schlitzeffekt erzeuge ich mit VideoComputer-technischen Mitteln: Ein speziell konstruierter Videobild-Digitizer überträgt von dem eingespeisten Video-Kamerabild nur die in der Mitte des Bildfeldes gelegene Pixel-Spalte auf den rechten Rand des Computerbildschirms - 50 mal in der Sekunde. Zugleich wird das vorher angezeigte Bild um eine Spalte nach links geschoben (siehe Skizze). Dadurch entsteht auf dem Bildschirm der visuelle Eindruck eines kontinuierlich von rechts nach links laufenden Bildbandes.

Anders als bei der konventionellen Fotografie wird nur Bewegug scharf abgebildet (vor allem Bewegung in horizontaler Richtung), Ruhe dagegen verzerrt zu konturlosen Bändern.

u.a.:
Freiburger Videoforum
Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest
European Media Art Festival Osnabrück
5. VideoFest Berlin
Experimenta Melbourne

Marilyn

gemeinsam mit Lilo Mangelsdorff
1996, interaktive Computerinstallation

Die Projektion eines Videobeamers zeigt das Gesicht von Marilyn Monroe, es verändert sich als Reaktion auf die Bewegungen des Publikums. In einem Computer sind 24 verschiedene Porträtfotos von Marilyn Monroe gestapelt. Sie sind so aufeinander abgestimmt, daß sie beim 'Durchblättern' nach der Art des 'Daumenkinos' einen kurzen Film ergeben würden. Abweichend von der klassischen Kinoprojektion wird bei dieser Installation aber nicht bildweise, sondern pixelweise geblättert, das Gesicht wird als permanent aus den verschiedenen Teilbildern neu übereinander geschichtet. Die Bewegungen des Publikums im Raum werden von einer in Aufsicht angeordneten Videokamera registiert. Das Videosignal der Kamera wird vom Computer digitalisiert, einer Echtzeit-Bildanalyse unterworfen und als virtuelle Maske auf das jeweils sichtbare Marilyn-Bild übertragen. An solchen Stellen, an denen die Videokamera signifikante Bewegungen des Publikums registriert, wird der Marilyn-Film pixelweise transportiert. Je nach Bewegung des Publikums ist z.B. gleichzeitig der 10., der 2. und 15. Kader ausschnittweise sichtbar, die Schichten verfließen zunehmend und permutieren punktuell.

KunstArt '96, Bockenheimer Depot, Frankfurt

Rumor (dt.Titel: Gerüchteküche)

Interaktive Soundinstallation
Konzept 2013


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